Schutz vor elektromagnetischer Strahlung beim Mobilfunk


Aus dem Bundesanzeiger Nr. 43 v. 3.März 1992 107. Sitzung der Strahlenschutz- Kommission- BONN-12.12.1991:

Sollten von Mobilfunk-Geräten oder von Feststationen gesundheitliche Risiken ausgehen, wären weite Bevölkerungskreise betroffen.

Nicht nur die betriebsbereiten Handys können in Körpernähe belasten sondern auch die Funk-Feststationen können zu einer zusätzlichen Ganzkörperbelastung führen . Die Beurteilung der Gesundheits-Risiken setzen eine Kenntnis organspezifischer Eigenschaften voraus.

Es können sehr komplexe Feldverteilungen innerhalb und außerhalb des Körpers und seiner Organe entstehen.

Es lassen sich jedoch nicht alle Wirkungen der Hochfrequenzstrahlung mit einer Energieumwandlung in Wärme erklären. So können unter Sonderbedingungen, wie über amplitudenmodulierte HF-Felder, auch direkte Wirkungen auf Makromoleküle, Zellmembranen oder Zellorganellen induziert werden.

Nachweisbare Effekte traten bei einer Temperaturerhöhung des ganzen Körpers oder einzelner Gewebe ab etwa 1 Grad auf. Bei einer weiteren Temperaturerhöhung kommt es jedoch infolge der hohen Thermosensibilität und der geringen Wärmeabfuhr der Embryonen zu einer sprungartigen Zunahme der Missbildungen und der Keimletalität.

Tierexperimentelle Daten über chronische Expositionen mit niedrigen Intensitäten liegen kaum vor. Eine chronische Exposition von Mäusen mit 2- 8 W/kg führte zu erhöhter Progression spontaner Tumoren.

Tierexperimentelle Daten (einschließlich der von Primaten) weisen auf Wirkungen hin, die möglicherweise auch beim Menschen bei einer vergleichbaren Hochfrequenzabsorption auftreten .

Es handelt sich meistens um Veränderungen der Permeabilität von Zellmembranen. Beispielsweise wurde festgestellt, dass bei einer HF-Strahlung mit einer Frequenz von 147 MHz, die mit Frequenzen zwischen 6-20 Hertz moduliert war, der Kalziumstrom aus Zellkulturen bei bestimmten Frequenzen signifikant (um 10 bis 20 %) erhöht war .

Insgesamt wurde eine komplexe Abhängigkeit dieser Effekte von Intensität und Frequenz beobachtet, wobei spezielle Frequenzbereiche besonders wirksam sind. Die Membraneffekte wurden vielfach bestätigt, so dass ihre Existenz heute als gesichert gilt.

Hervorzuheben ist, dass die SAR-Werte hierbei teilweise kleiner als 0,01 W/kg sind und damit erheblich unterhalb thermisch relevanter Intensitäten liegen.

Bereits bei körperlicher Aktivität exponierter Personen hängt deren Temperaturerhöhung von ihrer Thermoregulation ab. Bei Personen mit Fieber, Diabetikern, älteren Personen sowie nach Einnahme bestimmter Medikamente kann der Bereich der Thermoregulation eingeschränkt sein.

Bei gepulster oder modulierter Hochfrequenzstrahlung können periodische thermische Ausdehnungen der „HOT SPOTS" im akustischen Frequenzbereich auftreten und zu hörbaren Wahrnehmungen führen.

Auch beim Betrieb von Funk-Feststationen und anderen HF-Sendern ist die Begrenzung der Ganzkörper- SAR- WERTE wichtig. Sie sind jedoch der direkten Messung nur schwer zugänglich.

Quelle: elektrosmognews

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