Strahlenschutz in der EU verbessern und vereinheitlichen


Gesundheitswesen - 02-04-2009 - 12:34

 

Pressemitteilung des EU-Parlament

 

Wie die Strahlung von Handys, drahtlosen Haustelefonen oder Wifi-Anlagen auf den menschlichen Organismus wirkt, ist noch nicht restlos geklärt. Das Europäische Parlament fordert, den Strahlenschutz der europäischen Bürger zu verbessern und zu vereinheitlichen sowie die Forschung zu fördern.

 

"Immer mehr Bürger sind über die gesundheitlichen Auswirkungen der ständigen Exposition gegenüber Mirkowellen besorgt", konstatiert die Berichterstatterin Frédérique RIES (ALDE-ADLE, Belgien) in ihrem Bericht über elektromagnetische Felder.

 

Grenzwerte aktualisieren

 

Der Bericht des EP fordert, die potentiellen Gesundheitsprobleme endlich aktiv zu erforschen und die Veröffentlichung entsprechender Studien nicht zu verzögern. Da die Wissenschaft immer noch darüber, streite, welchen Einfluss elektromagnetische Strahlen auf den menschlichen Organismus haben, sei es notwendig, die 1999 vom Rat beschlossenen wissenschaftlichen Grenzwerte zu überprüfen und gegebenenfalls zu aktualisieren. Zudem müsse die Kommission einen jährlichen Bericht über "das Ausmaß der elektromagnetischen Strahlung in der EU" sowie ihre Quellen und die getroffenen Maßnahmen vorlegen.

 

Präventiv-Schutz und Harmonisierung

 

Doch schon heute könnten Unternehmen und Behörden dazu beitragen, den Einfluss der Strahlen zu vermindern, etwa durch entsprechenden Abstand und Höhe von in der Nähe von Wohngebieten stehenden Sendemasten. Abgesehen von den gemeinsamen Grenzwerten ist es derzeit jedoch den Mitgliedsstaaten überlassen, wie viel sie für den Schutz ihrer Bürger tun. Berichterstatterin Ries stellt fest, dass etwa in Luxemburg besonders hohe Standards gelten, in vielen anderen Ländern hingegen weniger auf die Sicherheit geachtet werde. EU-Kommission und Mitgliedsstaaten müssten deshalb entsprechende Leitlinien für die gesamte EU erarbeiten oder zumindest einheitliche Mindeststandards festlegen, wie z. B. ein Verbot, Sender in unmittelbarer Nähe von "Schulen, Kindertagestätten, Seniorenheimen und Einrichtungen der Gesundheitsfürsorge" aufzustellen.

 

Mehr Information und Transparenz

 

Zudem hält es das Parlament für sinnvoll, öffentlich zugängliche Karten mit der Lage von Hochspannungsleitungen und Sendemasten zur Verfügung zu stellen. Gefordert wird auch eine bessere Verbraucherinformation: So soll nach dem Willen der Abgeordneten auf Produkten, wie beispielsweise drahtlosen Geräten, zukünftig auch die Emissionsstärke angegeben werden. Auch müsse dafür Sorge getragen werden, dass die Bürger besser über "Drahtlostechnologie und Schutzvorschriften" informiert sind.


559 Abgeordnete stimmten für den Bericht, 22 dagegen, 8 enthielten sich der Stimme.

 

Berichterstatterin: Frédérique RIES (ALDE-ADLE, Belgien)

 

Bericht: (A6-0089/2009) - Die Gesundheitsproblematik in Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern

 

Verfahren: INI (Initiativbericht)

Aussprache: Montag, 01.04.2009
Abstimmung: Dienstag, 02.04.2009